Rafael Correa über die europäische Krise und die Sache mit der Meinungsfreiheit

Rafael Correa Interview

Im April begab sich Rafael Correa auf eine Europareise durch Deutschland, Italien und Spanien. Vor allem in Spanien wurde sein Besuch von zahlreichen EcuadorianerInnen gefeiert, die dort die größte ausländische Bevölkerungsgruppe ausmachen. Hauptziel der Rundreise war, für Ecuador als Wirtschafts- und Technologiestandort zu werben. An der Technischen Universität in Berlin hielt Rafael jedoch auch eine Rede mit dem Titel „Wege aus der Krise“, in der er neoliberale Wirtschaftskonzepte hinterfragte und nachhaltige Alternativen präsentierte. Der promovierte Wirtschaftsprofessor plädierte unter anderem dafür, dass das Wirtschaftswachstum der Verbesserung der Lebenssituation der Menschen dienen müsse und verglich die Situation in Ecuador mit derjenigen in Deutschland. Seine gesamte Rede kann man hier nachlesen – gleich gibt es aber eine kurze Zusammenfassung.

Den großen deutschen Medien war dieser Besuch eines Staatspräsidenten wohl nicht sonderlich erwähnenswert, dementsprechend wenig konnte man in deutschen Zeitungen lesen und so gibt es leider auch keine Videoaufnahme mit deutscher Übersetzung. Bemerkenswert, wenn man sich mal anschaut, wie jede andere Thematik gegenüber Obamas Staatsbesuch ins Hintertreffen gerät und dieses Ereignis tagelang die Medienlandschaft dominiert.

Ich möchte euch aber trotzdem die Möglichkeit geben, diesen – wie ich finde – großartigen Charakter lateinamerikanischer Politik kennenzulernen. Deshalb habe ich hier mal ein Interview verlinkt, in dem Rafael Correa seine Position zur Wirtschaftskrise in Europa und dem Vorwurf der mangelnden Meinungsfreiheit in Ecuador noch einmal kurz und stichhaltig wiederholt. Hier gibt es das Interview zum Nachlesen, ansonsten empfehle ich euch, knapp 20 Minuten für die Videoaufnahme zu investieren:

Mittlerweile steht Ecuador erneut wegen eines neuen Kommunikationsgesetzes in der Kritik der internationalen Medienoligarchie. Dieses wird von nationalen Medieneliten und dem US-Außenministerium als „schwerer Angriff in die Meinungsfreiheit“ gewertet. Reporter ohne Grenzen kritisiert, dass Information als öffentliches Gut definiert wird. Genau das bedeutet jedoch, dass der Einfluss privater Medienunternehmen zurückgedrängt und eine unabhängige Presse auf BürgerInnenebene gefördert wird. Dies ist meines Erachtens schließlich die Essenz der Meinungsfreiheit: Dass möglichst jede Person, jede Initiativbewegung den öffentlichen Raum nutzen kann, um ihre Ansichten zu äußern. Umso wichtiger in dieser von wirtschaftlichen Interessen korrumpierten Welt. Um darzustellen, was genau nun hinter diesem innovativen Gesetz steckt, lasse ich an dieser Stelle einfach mal meine bevorzugten Nachrichtenportale aus dem Netz sprechen.

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Logo Portal amerika21.de

Kurze Analyse der Kritik am Kommunikationsgesetz

Ausführliche Erläuterung des neuen Gesetzes

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Logo junge Welt

Lesenswerter zusammenfassender Artikel

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Sollte Edward Snowden jedenfalls in Ecuador Asyl gewährt werden und er nähme an, wäre das ein großartiges Zeichen gegen die private Medienoligarchie und die weltweiten Hetzkampagnen gegenüber progressiven Regierungen wie diejenige Rafael Correas in Ecuador.

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