Die Salesianer Don Boscos

Wie ich ja bereits berichtet hatte, bin ich in einem Projekt der Salesianer Don Boscos gelandet, einer Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche, die auf den italienischen Priester Giovanni Bosco (1815–1888), genannt Don Bosco, zurückgeht. Dank meiner Erfahrungen mit den Methoden und MitarbeiterInnen dieses Ordens ist meine anfängliche Skepsis etwas gewichen und ich möchte mich hier ein wenig zu den Umständen äußern – nun, wo ich ohnehin das Projekt wechseln werde.

Laut Wikipedia gehören die Salesianer neben den Jesuiten und Franziskanern zu den drei größten Männerordensgemeinschaften in der katholischen Kirche. Daher haben sie weltweit großen Einfluss und betreiben viele Einrichtungen, vor allem für die Arbeit mit armen und sozial benachteiligten Jugendlichen sowie Straßenkindern und Kindersoldaten. Wie bei vermutlich jeder religiösen Institution nimmt die Missionsarbeit dabei keinen geringen Platz ein.
So beginnt der Tagesablauf auch in meinem Projekt mit dem allmorgendlichen Beten des Vater Unser beim Appell, von allen Seiten blickt der Schutzpatron Don Bosco, Freund aller Kinder, mit einem sanften Lächeln herab und jedes seiner Schützlinge kann die Loblieder auf Jesus und Maria in- und auswendig. Nun, zum Glück macht diese Indoktrination bei Weitem nicht den Hauptteil der Arbeit in den Projekten aus. Es geht vorrangig darum, den Kindern eine grundlegende Bildung und ein Leben abseits der Straße zu ermöglichen.

Solche kirchlichen Einrichtungen erhalten dabei allerdings zunehmend Konkurrenz durch staatliche Bildungs- und Betreuungsprogramme. Es ist abzusehen, dass sie zumindest in Ecuador früher oder später an Bedeutung verlieren werden. Meiner Meinung nach ist das auch der richtige Weg. Ecuador verfügt mittlerweile über einen funktionierenden Sozialstaat, der eine umfassende und säkularisierte Bildung vom Kindergarteneinstieg bis zum Universitätsabschluss ermöglicht. Und das scheinen auch die Kinder zu wissen, die die städtischen und staatlichen Betreuungsangebote der doch oft sehr offensiven religiösen Beeinflussung vorziehen und den Salesianern lieber fernbleiben, wie mir ein hier angestellter Pädagoge bestätigt hat.

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