Chile, 11. September 1973

Heute vor 40 Jahren wurde in Chile die sozialistische Regierung Salvador Allendes trotz der gewaltigen Unterstützung im Volk durch Militär und US-Geheimdienste gewaltsam gestürzt und durch die dunkle Ära der faschistischen Diktatur Augusto Pinochets ersetzt, die bis 1990 andauerte.

Doch wer war Salvador Allende?

Auf Youtube gibt es einen kurzen Zusammenschnitt der mehr als 4-stündigen monumentalen, preisgekrönten Dokumentation „Die Schlacht um Chile“ von Patricio Guzmán, der Salvador Allende bei seinem Versuch, auf demokratischen und friedlichen Wege eine Sozialistische Gesellschaft aufzubauen, mit der Kamera begleitet hat. Er hat es geschafft, die Leidenschaft Allendes, die Hoffnung des chilenischen Volkes und die Skrupellosigkeit der Reaktion auf Film zu bannen – äußerst packend und sehenswert!

Falls die Playlist aus irgendeinem Grund nicht funktionieren sollte, findet ihr hier den ersten, zweiten, dritten und vierten Teil des Zusammenschnitts.

Der 11. September 1973 wohl das bekannteste und beispielhafteste Ereignis aus einer ganzen Reihe von Umstürzen und Attentaten gegen progressive Bewegungen in Lateinamerika. Der Putsch gegen Allende zeigt, was einem Land droht, das sich anmaßt, seine Geschicke selbst in die Hand zu nehmen und dessen Regierung sich auf die Seite der breiten Bevölkerung schlägt, die vom nationalen Großkapital und transnationalen Konzernen ausgebeutet wird. Gerade die Länder, die sich heute in Lateinamerika für einen Sozialismus des 21. Jahrhunderts stark machen, werden bereits wieder durch US-Geheimdienste und selbsternannte „Menschenrechtskommissionen“ angegangen, allen voran Venezuela und Bolivien. In beiden Fällen handelt es übrigens um mit absoluter Mehrheit mehrfach bestätigte demokratische Regierungen. Die Berichterstattung der deutschen Medien unterstellt jedoch meist das Gegenteil (allerdings können wir unser Staatsoberhaupt z.B. nicht selbst wählen, oder?).
Auch Ecuador ist auf einem Weg, der den USA und dem internationalen Kapital nicht gefallen dürfte. Der starke Zusammenhalt souveräner progressiver Staaten in Lateinamerika und der beständige Rückhalt aus der Bevölkerung gegenüber ihren gewählten VertreterInnen erschwert zwar einen direkten Eingriff.  Nach der Aufarbeitung der Geschichte geschieht die Infiltration heute mit Sicherheit auch viel verdeckter als zuvor. Der USA wäre allerdings jederzeit wieder zuzutrauen, dass sie nicht „tatenlos bleiben möchte“, wenn ein Land „aufgrund der Verantwortungslosigkeit seiner eigenen Bevölkerung kommunistisch wird“ (Henry Kissinger zur Wahl Salvador Allendes 1970). Nun mag vom Begriff „Kommunismus“ halten, was man will – auch wenn sicherlich wesentlich mehr dahinter steckt als das ständig heraufbeschworene Schreckgespenst. Chile ging 1973 jedenfalls einen eigenen, unabhängigen Weg – so wie eine beträchtliche Anzahl Länder in Lateinamerikas heute.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s