Neues Projekt

Das Conservatorio Jaime Mola ist benannt nach einem spanischen Franziskaner, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Ecuador wirkte und unter anderem eben jenes Konservatorium errichtete, in dem ich nun arbeite. Geführt wird das Projekt von zwei Franziskanerinnen gehobenen Alters, die einen immer wieder aufs Neue freundlich willkommen heißen, ihre Dankbarkeit in Obst und Keksen ausdrücken und stets eine gute Laune im Haus zu verstrahlen wissen.

Hauptsächlich arbeite ich jedoch mit Pablo, dem Koordinator des Konservatoriums, und Johanna, einer anderen Freiwilligen aus Österreich, zusammen. Am Vormittag gilt es, Formulare für das Bildungsministerium aufzubereiten, den Internetauftritt zu aktualisieren, die Listen der SchülerInnen zu verwalten und viele weitere Dinge, die eben so in der Verwaltung anfallen. Ich bin momentan für die digitale Archivierung der umfangreichen Bibliothek zuständig und schlage mir Partituren zu Mozarts Zauberflöte, Facharbeiten über Musikpädagogik und französische Anleitungen zur Begleitung gregorianischer Gesänge um die Ohren – bis hin zu einem deutschsprachigen Werk über die Orgelbaukunst von 1855 (!), bei dem ich ehrliche Zweifel habe, ob es jemals ein/e SchülerIn ausleihen wird.

Außerdem muss natürlich der Unterricht am Nachmittag vorbereitet werden. Momentan unterrichte ich fünf Kurse unterschiedlicher Semester von 5 bis 35 Jahren in Englisch und bin ungemein froh über die Erfahrungen, die ich schon durch Nachhilfe, Hausaufgabenbetreuung und auch die Arbeit in der UESPA sammeln konnte.
Die meisten SchülerInnen lernen zwar bereits vormittags in Schule oder Uni Englisch, allerdings haben sehr viele EcuadorianerInnen selbst nach jahrelangen Unterricht noch gravierende Probleme in der praktischen Kommunikation. Deshalb bietet das Konservatorium zusätzlich zum Schwerpunkt der Musikausbildung noch Englischunterricht an, welcher eher auf Konversation ausgelegt ist. Und so unterhalten wir uns in überschaubaren Gruppen von 3-10 Leuten über kulturelle Unterschiede wie Gemeinsamkeiten und wiederholen nebenher noch einmal die wichtigsten grammatikalischen Regeln der englischen Sprache. Den unterschiedlichen Kenntnisständen der SchülerInnen gerecht zu werden ist dabei die größte Herausforderung. Meist sind aber alle motiviert bei der Sache und auch mir macht der Unterricht zu den Klängen von Klavier, Violine und Gitarre, die nebenher durchs Haus strömen, sehr viel Spaß.

Mein musikalisches Engagement beschränkt sich momentan auf das Einstudieren einiger Musikstücke an der Gitarre mit Pablo in der Mittagspause. Er ist ein wirklich sehr sympathischer Mensch mit vielen Talenten. Als meinen Chef würde ich ihn gar nicht ernsthaft bezeichnen – so war ich nun auch schon zwei mal samstags bei ihm zu Hause mit Frau und Baby zum gemeinsamen Kochen und Essen eingeladen.

Unser bisheriges Projekt war das Erstellen einer Fotogalerie auf der Homepage, die ihr euch mit einem Klick auf folgende schicke Grafik, die ich gestaltet habe, anschauen könnt. Die meisten der Fotos sind von mir (falls das mit der Grafik nicht funktioniert, hier ein traditioneller Link).

In Zukunft werden wir noch die Biblitotheksdatenbank aktualisieren, wobei Pablo seine Programmierungskünste spielen lässt und ich vielleicht auch noch das ein oder andere dazu lerne. Wir werden ein paar Videoaufnahmen für eine Onlinesendung des Konservatoriums zusammenschneiden und Plakate für kommende Konzerte gestalten. Außerdem gibt es nebenher immer mal wieder kleinere Probleme mit der Computertechnik oder dem Netzwerk. Insofern kann ich meine Talente voll einbringen!

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