Projektwechsel & Besuch

Ich werde in diesem Artikel noch einmal in Kurzform wiederholen, was ich bereits in einer Rundmail ausführlicher (und vor allem persönlicher) geschildert habe. Wer noch nicht im Verteiler ist, kann mir gerne seine Mailadresse mitteilen (unter Kontakt) und ich leite die Rundmail weiter!

Nach unserem zweiwöchigen Aufenthalt in der Caleta musste ich dort auch regulär weiterarbeiten, da die UESPA ab Mitte Juli wegen der Sommerferien geschlossen hatte. Grundsätzlich fühlte ich mich teilweise schon in UESPA und La Marin sehr überfordert, allein schon durch die Tatsache, acht Stunden am Stück mit Kindern zu tun zu haben – und teilweise den anstrengendsten, die man sich vorstellen kann. In der Caleta setzte sich das fort, nur diesmal ohne eine feste Tagesstruktur und streckenweise auch ohne Mitfreiwillige, die einem ansonsten wieder Auftrieb geben könnten. Außerdem traten meine Differenzen mit den pädagogischen Ansichten der Salesianer offener zu Tage – besonders, als wir den Kindern eines Tages die Glaubensdoktrin der Zeugen Jehovas (der Erzieher hatte sich wohl in der Lehre vergriffen) beibringen sollten. Überdies befand sich mein Chef Wladimir ständig in der Nähe, der mit einer unfassbar unsolidarischen Art begeisterte und seine Verachtung gegenüber den Freiwilligen auch gerne mal offen äußerte – ich berichtete. Zwar versuchte ich, ihm so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen und jeden Kontakt zu vermeiden, um mir weitere herablassende Kommentare oder missbilligende Blicke zu ersparen. Ich fühlte mich aber streckenweise so unwohl, dass ich mir zeitweise nur noch wünschte, nach Hause zurückkehren zu können – wohl wissend, dass dieses Jahr in Ecuador wohl trotz allem die großartigste Erfahrung meines Lebens bleiben würde.

Rausschmiss

In dieser Zeit war das Wort „Arbeit“ für mich also mit allen vorstellbaren negativen Konnotationen besetzt und fiel es mir oft schwer, mich morgens rechtzeitig aus dem Bett zu quälen. Wladimir gefiel das natürlich nicht und als ich das zweite Mal zu spät kam, schickte er mich direkt wieder nach Hause – mit den Worten, dass ich unmotiviert sei (womit er völlig richtig lag), dass die Zusammenarbeit zwischen uns keinen Sinn mehr hätte (da hatte er ebenfalls Recht) und ich daher von nun an gleich zu Hause bleiben könnte. Mit anderen Worten: Ich wurde hochkant aus meinem Projekt geschmissen, was wirklich so ziemlich das Katastrophalste ist, was einem Freiwilligen passieren kann. Und trotzdem – es war das Beste, das mir hätte passieren können!

Obwohl uns immer wieder klar gemacht wurde, dass ein Projektwechsel nahezu unmöglich sei, reagierte VASE überraschend entspannt. Ich wurde sehr entgegenkommend empfangen und legte meine Sichtweise der Dinge dar, wobei viel Verständnis für meine Situation aufkam. Es war nicht das erste Mal, dass ich Probleme aus meinem Projekt schilderte. Bereits zuvor hatte ich über einen Wechsel nachgedacht, die einzige Alternative für weltwärts-Freiwillige in der Nähe meiner Gastfamilie war allerdings ein Konservatorium (eine Art Musikschule) für eher wohlhabende Kinder und Jugendliche – also das komplette Gegenteil meiner bisherigen Arbeit mit Straßenkindern. Nun kam mir Wladimir bei diesem Schritt aber glücklicherweise zuvor.

Und so legte ich mit VASE fest, dass ich Ende September im Konservatorium anfangen werde. Wie es dort so ist, erfahrt ihr im nächsten Artikel!

Besuch

Zuvor kam mich nämlich erst mal meine Mutter für drei Wochen besuchen – und dabei sind wieder ein Haufen neuer Fotos entstanden!

So haben wir zunächst einen Ausflug an den Pazifik gemacht und einige Orte besucht, die wohl nicht allzu oft weiße TouristInnen zu Gesicht bekommen. Diese „Wild-West-Städtchen“ (wie es mein Reiseführer gekonnt beschreibt) und abgelegenen Stranddörfer ermöglichten mir auch den bisher intensivsten Einblick in das ecuadorianische Leben.

Bei einem Besuch in Quito darf natürlich ein Trip im Teleferico nicht fehlen, der Seilbahn, die Quito mit den Vorläufern des Pichincha-Vulkans auf über 4000 Meter verbindet. Die Höhe habe selbst ich nach langer Zeit in Quito noch ordentlich gespürt, ganz zu schweigen von meiner Mutter. Großartiger Ausblick über die Andenmetropole!

Kurz nach meiner Ankunft in Ecuador wurden die Bahnstrecken um Quito wieder für touristische Zwecke in Be­trieb genommen, nachdem sie viele Jahre vernachlässigt worden waren. Das nutzen wir natürlich aus und begaben uns auf eine Fahrt nach Machachi!

Außerdem statteten wir dem kleinen Örtchen Mindo einen Besuch ab, das unweit von Quito in den Nebelwäldern liegt und u.A. eine Vielfalt an Kolibris und Schmetterlingen zu bieten hat!

Schließlich sind auch noch viele schöne Bilder aus Quito entstanden, die ich euch hier nicht vorenthalten möchte.

Zu guter Letzt ging es doch noch nach Otavalo und Cuicocha, wohin wir bereits im Orientierungscamp im Januar einen Ausflug unternommen hatten.

Drei intensive Wochen also!

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