Campeonato Rompefronteras

Im Laufe meines Aufenthalts in Ecuador wollte ich stets auch weiterhin politisch aktiv bleiben – zum Glück war ich mit diesem Bedürfnis nicht alleine und so organisierten Ich, mein Mitfreiwilliger Tilman, seine Freundin Kruskaya und einige weitere ecuadorianische Freundinnen und Freunde Ende November des letzten Jahres ein großes Fußballturnier gegen Diskriminierung. Die Vorbereitungen dieser Idee hatten es in sich. Denn natürlich wollten wir das Ganze auf echtem Rasen veranstalten und mussten deshalb erst mal eine Genehmigung für die zentrale Wiese des Parque Carolina in Quitos Stadtzentrum (vergleichbar mit dem Central Park in New York) einholen. Lange haben wir dann überlegt, wie und wo wir Tore organisieren oder selber zusammenbauen könnten, ohne gleich jede Menge Geld für Material, Miete oder Transport auszugeben. Wenigstens das Thema war klar: Ein Fußballturnier für alle, gegen Diskriminierung im Fußball und überall. Schließlich fanden wir auch einen ansprechenden Namen: Campeonato Rompefronteras – ein Turnier, das Grenzen einreißt, um die Wortkombination sinngemäß zu übersetzen. Vielleicht sagt unser Logo mehr aus:

Wir druckten Flyer und sprachen bei unseren Rundgängen im Park jede Menge Leute – jugendliche Schuhputzer, politische Mitstreiterinnen, Studenten, Mitfreiwillige, erfahrene Hobbyspielerinnen – an und luden sie ein mitzumachen. Viele waren durchweg begeistert von der Idee und so schrieben sich schließlich mindestens 25 (genau weiß ich es nicht mehr, aber viele!) Teams ein. Auf der Suche nach einer gemeinnützigen Einrichtung, um die Einnahmen des Turniers einem guten Zweck zukommen zu lassen stießen wir auf die Fundación Maria Droste. Die Stiftung bietet Prostituierten eine Unterkunft sowie Betreuung ihrer Kinder und ermöglicht ihnen, mit Workshops eine neue Lebensgrundlage aufzubauen. Eine bemerkenswerte Arbeit also.

Am Tag vor dem Turnier entschieden wir uns schließlich doch, die offiziellen Sand- und Betonspielplätze der Stadtverwaltung zu benutzen, die von Anfang an sehr angetan von der Idee des Turniers war und uns bei der Organisation entgegenkam. Zum Glück konnten wir die Plätze so kurzfristig noch benutzen, denn es wäre uns kaum möglich gewesen, am Morgen des Turniers noch Plätze und Tore vorzubereiten. Doch dann lief am 30. November, dem Tag des Turniers, fast alles wie von selbst: Eine Freundin organisierte den Transport von 25 Kanistern mit Wasser (eine pro Team), dazu noch ein Zelt als Infostand. Andere brachten Kuchen und Sandwiches mit. Als die Teams dann nach und nach eintrudelten und die Spiele begannen, herrschte eine großartige Stimmung unter den Anwesenden.

Die Spiele verliefen fair und freundschaftlich, offensichtlich genossen alle den Tag. Auch ich ließ es mir letztendlich nicht nehmen, ein Team auf dem Platz zu unterstützen. Weit kamen wir nicht – aber schließlich ging es ja auch nicht ums Gewinnen!

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